Samstag, 12. Oktober 2013

restart.

Für die Wenigen, die es bemerkt haben sollten - seit meinem letzten Blogeintrag ist bald ein Jahr vergangen. Vor zwei Minuten habe ich mir dann überlegt es zu ändern. Wieder zu bloggen. Gedanken mit deren anderer zu teilen.
Voller Elan, voller Tatendrang und gefüllt mit Ideen habe ich den Laptop aufgeklappt und mich mit rasendem Herzen eingeloggt. Was könnte einer angehenden Journalistin besser stehen, als ein eigener Blog? Anerkennung für Geschriebenes und das Loswerden von tausend Einfällen.
Doch beim Anblick des leeren Textfelds waren alle Gedanken wie weggeblasen. Ich bin leer.
Ausgesaugt. Ohne einen Hauch von Kreativität. Wörter, die doch eigentlich meine Freunde sind, wollen mir einfach nicht einfallen.  Keines ist dabei das ansatzweise passt, sich gut anhört und ausdrückt, was ich empfinde.
Ich will schreiben. Ich will etwas bewegen und im besten Falle sogar etwas verändern. Ist es nicht genau, was mich später ausmachen sollte? Immer auf der Suche nach neuen Geschichten. Aufdecken. Entlarven. Erklären.
Und genau jetzt habe ich das Gefühl meine Sprache versagt? Kann das denn sein?
Panik überkommt mich. Die Panik des leeren Papiers oder in dem Falle des leeren Textfelds. Was passiert, wenn ich nie mehr in der Lage bin es zu füllen? Natürlich kann ich darüber schreiben, was ich das letzte Jahr erlebt habe, aber das wird sich doch im groben nicht groß von dem unterscheiden, was 90 Prozent meiner Mitmenschen nicht auch erlebt haben. Herzklopfen.
Jana... denk nach, denk nach. 
Was interessiert? Was hebt sich ab? Ob es wohl allen Journalisten mal so geht wie dir? Ist diese Angst vor Einfallslosigkeit sozusagen Berufskrankheit? Der Druck um ihr zu entgehen, macht es nicht besser. Ich habe das Gefühl je mehr ich darüber nachdenke etwas zu finden, worüber ich schreiben kann, desto weniger mag mir etwas einfallen. Wenn es mir aber jetzt schon so geht, was passiert dann, wenn tatsächlich von mir verlangt wird, abzuliefern? 
Wenn ich es muss. Sei es um Geld zu verdienen oder vielleicht auch einfach verdammt noch mal das zu erfüllen, was von mir erwartet wird? Und ist der Erwartungsdruck nicht genau das, was überhaupt erst zu diesem Problem führt? Einfallslosigkeit führt zu dem Gefühl nicht gerecht zu werden. 
Dieses Gefühl Erwartungen nicht erfüllen zu können, erhöht allerdings den Druck zu dermaßen, dass ich mich noch leerer fühle, als vorher schon. 
Ein Teufelskreis. 

Es ist wohl, wie mit allem im Leben. Wenn etwas von einem erwartet wird, sträubt sich jedes Haar dagegen und man blockiert. Ist es egal, dann funktioniert es wie geschmiert.
Was für ein sinnentleerter Mist und trotzdem zeigt es doch, dass wir eben nicht nur funktionieren. Das wir fühlen, dass wir keine Roboter sind. Auf Knopfdruck geht eben gar nichts.
Erkenntnis den Computer auszuschalten.
Gute Nacht.