Dienstag, 1. Dezember 2015

weiter geht's


für mich war es schon immer nur eine zwischenstation. ein ausgiebiger halt.
wie eine rast an einer tankstelle auf der autobahn -  der kaffee schmeckt zwar ganz gut & macht wach, aber das wars dann auch schon.
niemand möchte jeden tag seinen kaffee aus einem plastikbecher trinken. ich jedenfalls nicht.
doch reicht die kraft, die wachsamkeit fürs nächste ziel?
bequem ist es hier ja irgendwie schon.
doch der kaffee wird langsam kalt.
entschieden setze ich mich zurück ans steuer.
der motor jault auf, mein fuß auf dem pedal zittert, zögert. dann drücke ich zu. los geht's.
auf zu einem neuen ort.  hamburg.
einem ort, an dem es kaffee in tassen gibt.
oder wenigstens in einem thermobecher.





Destruction Unit - Bumpy Road

Donnerstag, 5. November 2015

a light that never goes out
















bei dem gedanken an gut und böse kommen wir nicht drum herum das dasein von gerechtigkeit in frage zu stellen. der mensch an sich beschäftigt sich schon seit jahrhunderten mit dem gerechtigkeitssinn.
streben wir nach fairness, weil es ein tiefes gefühl unseres selbst ist?
oder ist es ein streben, welches uns beigebracht wurde. eine form von erziehung, die uns in fleisch und blut übergegangen ist. eine frage der guten manieren?
sind wir in wahrheit nicht vielleicht doch selbstsüchtig? eine horde von heuchlerischen egoisten, die doch stets das bestmögliche für sich selbst beanspruchen? schein als sein?
fragen über fragen.
ich maße mir nicht an darüber zu urteilen. doch egal, wie wir zur gerechtigkeit stehen. das streben danach erscheint mir als das richtige. das gute.
und ich für meinen fall glaube, dass es das gute ohne das böse nicht geben würde. wir würden von der wir wissen nicht was richtig ist, wenn wir nicht wissen, was falsch ist. gut und böse. eine skurrile, ambivalente synthese. wie tom robbins schon wusste: "wir können das böse nicht ausrotten. wir können es nur ausquartieren, können es zwingen, von einem stadtviertel ins andere umzuziehen."
ein antrieb?

ich find schon.
"das leben ist wie ein eintopf. man muss oft umrühren, sonst steigt der ganze schaum an die oberfläche."

gutnacht.

Donnerstag, 22. Oktober 2015




""im letzten viertel des zwanzigsten jahrhunderts, einer zeit, in der die westliche zivilisation zu rasch zur neige ging, um es sich wohlsein zu lassen, und doch wieder zu langsam, um richtig aufregend zu sein, hockte fast alle welt auf der kante eines immer teurer werdenden theatersessels und wartete – je nach persönlicher neigung – in furcht, hoffnung oder langeweile darauf, daß etwas bedeutsames passierte."

 - aus "Der Buntspecht" von Tom Robbins


Dienstag, 6. Oktober 2015

 
"doch was ist, wenn ich nicht aufhören möchte zu wünschen?", fragte das mädchen mit den haselnussbraunen haaren und drehte sich um. "was wäre es denn für ein leben ohne träume?", ihre stimme war leise, dennoch bestimmt. sie ließ den blick schweifen und ihre dünnen fingern umklammerten fest die kaffeetasse in ihrer hand. "was ist, wenn meine wünsche mich am leben halten? wenn sie mehr antrieb sind, als die realität jemals sein könnte? wenn es einfach nicht darauf ankommt, dass träume realisiert werden...zumindestens nicht alle." sie stellte die tasse auf dem fensterbrett ab und sah hinaus. dabei zwirbelte sie eine locke zwischen daumen und zeigefinger hin und her. "manche träume müssen sogar träume bleiben. wenn du menschen verbittest zu träumen, dann zügelst du gleichzeitig auch ihre fantasie. und menschen ohne fantasie, ohne vorstellungskraft wären verdorrt und verloren...jede veränderung, jede verbesserung und idee braucht den nährstoff der wünsche. sie bereichern und schmücken unser dasein. durch sie wird die welt zu einem bunten und schönen ort." es war deutlich herauszuhören, dass sie ihre entscheidung bereits gefällt hatte. sie lächelte. ich konnte es nicht sehen, aber ich war mir sicher, dass sie es tat. ihre worte waren keinerlei rechtfertigung, sondern eine befreiung.



you can't take my dreams. you can't take my dreams. you can't take and steal from this body.

Freitag, 25. September 2015

"HIERZULANDE MUSST DU SO SCHNELL RENNEN, WIE DU KANNST, 
WENN DU AM GLEICHEN FLECK BLEIBEN WILLST."

die ereignisse überschlagen sich. 
ich fühle mich benebelt, berauscht, fast schon benommen. regungslos und doch voller aufregung bleibe ich stehen. der tatendrang tanzt fröhlich in mein herz. er lässt es pochen.  fast zerspringen. 
mein ehrgeiz wacht langsam auf, er reibt sich den schlaf aus den augen und blickt mich erwartungsvoll an. zaghaft huscht ein lächeln über meine lippen. 
vergessen sind all die unvollkommenen momente voller frust. sehnsucht und eine unerwartete nostalgie drehen gemeinsam pirouetten.
so viel hat sich bereits verändert und so viel wandel steht noch bevor.
immer weiter. immer weiter. ich renne. ich eile. 
und doch habe ich das gefühl ständig hinterherzulaufen. nicht anzukommen. 
aber wie heißt es so schön: der weg ist das ziel. 
und wenn die richtung stimmt, dann werde ich auch nicht auf der strecke bleiben.

 

it's getting faster, moving faster now, it's getting out of hand.

Dienstag, 8. September 2015



der gedanke der konkurrenz ist in unserem alltag mittlerweile allgegenwärtig.
die menschen neigen immer mehr dazu sich selbst und auch andere anhand von oberflächlichen, teilweise mangelhaften und lächerlich unbedeutenden beobachtungen zu definieren. was laut wilhelm busch die aufrichtigste form der anerkennung sein soll, ist in meinen augen mehr bremse als motor. von neid zerfressen wird alles und jeder verglichen und das selbstbewusstsein durch selbstbeweihräuchernde posts gepusht, um den täglichen wahnsinn irgendwie ertragen zu können. gute gedanken, werteverständnisse und tugenden werden von der neidspirale erfasst und erstickt.

die ständige missgunst schafft leid: sie tut nicht nur unseren mitmenschen unrecht, sondern schadet vor allem einem selbst. verbunden mit frust werden die neidgefühle  mit einer ausgeprägteren selbstpräsentation kompensiert. um jenes, was man bei anderen beanstandet, dann selbst zu machen.  wie viel davon ist noch echt?
und wie viel davon gehört zu der glanzvollen fassade mit der ein idealisiertes selbstbild geschaffen werden soll?
einzigartigkeit und charakter gehen verloren. gelenkt von minderwertigkeit wird die eigene verunsicherung von der inszenierung des gewünschten selbst überdeckt.

damit aber missgunst und täuschung ihre zerstörerische kraft verlieren, muss man sie sich erst einmal eingestehen und sich vor allem von übertriebenen vergleichen mit anderen lösen. wie arthur schopenhauer schon einmal sagte: "wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt."
also: kein jammern, kein hardern, kein verurteilen oder verachten.
sondern augen auf: das leben kann so schön sein -  auch oder vor allem ohne tausend prestigeobjekte oder raster, in die man gefälligst zu passen hat.



Mittwoch, 2. September 2015





das ist die geschichte vom suchen und finden. nur wer suchet, der auch findet.
doch manchmal wird aus dem suchenden ein verirrter, der selbst dann das nicht sieht, was er schon längst gefunden hat. 
vom größenwahn gepackt,  verlaufen wir uns in vorstellungen und erwartungen, die uns im endeffekt blinder machen, als uns den weg zu leiten.

 

 "Das, worauf es im Leben ankommt, können wir nicht voraussehen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet." - der kleine prinz



Montag, 17. August 2015


es ist der lauf der dinge.
kein hadern, keine zweifel, keine qual durch schlaflose nächte.
genauso muss es. genauso soll es.
ich fühl mich sicher, geborgen.
die chronische unentschlossenheit weicht.
sie heilt -
solange bis zur nächsten dunkelheit.
wenn die angst, das falsche zu tun, die kontrolle zu verlieren mich wieder packt.
doch bis dahin begrüße ich alle konsequenzen mit einem lachen.
selbstbewusst. ganz ohne scham.
denn so schwer das leben mit einem gewissen auch ist:  ich will nicht tauschen. 
es ist mein kompass - meine orientierung. 
ich gehe den weg, den er mir offenbart.
den ich mir selbst zeige.
mal rennend, mal schleichend, mal stolpernd. immer, endlos stetig.
denn laufen lernt man durch hinfallen.




i want to keep this feeling deep inside of me

Dienstag, 4. August 2015

.



möglichkeiten. so viele möglichkeiten.
kann ich?
möchte ich?
würde ich?
was will ich? 
was ist möglich?

mit dem fortschreitenden alter steht uns immer mehr die zeit im weg. warum eigentlich?
die uhren ticken nicht schneller und auch die tage sind immer noch genauso lang wie damals, als wir blind vor unsterblichkeitsfantasien durch die welt liefen. 
doch es gab keine grenzen, kein ende. alles war reversibel, alles war in bewegung. 
wir waren losgelöst. frei.
ich erinnere und sehne mich nach dem gefühl des unbegrenzten zeithorizonts.
doch gleichzeitig weiß ich, dass ich niemals unabhängiger war, als ich es jetzt bin.  niemals vorher war ich stärker. so voller tatendrang.
hoffnung und vertrauen umhüllen mich wie eine decke.
ein lächeln huscht über meine lippen.
wohlauf! es ist die zuversicht. 
zeit, sich von den fesseln zu befreien, in die ich mich selbst gelegt habe.



Montag, 27. Juli 2015

fuchsmädchen

Jen Mann (by crystal peel)    http://www.flickr.com/photos/29811308@N04/4548145488 






























es ist ungefähr ein jahr her, da erschien das fuchsmädchen.
unauffällig und leise trat sie in mein leben.
ich bemerkte sie zunächst nicht.
genauso, wie man ein vierblättriges kleeblatt zunächst übersieht, das in einem meer von kleeblättern steht. man muss genauer hinschauen.
und vor allem glück haben. denn man findet es recht selten.
das fuchsmädchen war ein vierblättriges kleeblatt.
ihre haare leuchteten so rot in der sonne, wie feuer.
ein feuer, das sie nicht nur auf ihrem kopf trug,  sondern auch in ihrem innersten.
sie war schön. von innen und von außen. mit ihren worten und ihren umarmungen wärmte sie mich und traf mich direkt ins herz.
ihre händen umschlossen meine.
sie ließ mich nicht los.
wir waren verbunden - ohne zwang und ohne pflicht.
barfuß tanzte sie los.
sie hatte die schönsten, dreckigsten füße der welt.
ich folgte ihr und doch lief ich ihr niemals nach.
wir taumelten nebeneinander her, den geruch von blumen und kippen in unseren nasen.
beschwipst, glücklich und berauscht an einem ort, an einem platz.


Donnerstag, 23. Juli 2015

the one that got away
























es war keine liebe auf den ersten blick.
auch nicht auf den zweiten oder auf den dritten.
ehrlich gesagt, konnte sie sich zu anfang nicht vorstellen sich überhaupt jemals in ihn verlieben zu können. und doch, das war nicht zu leugnen, war da etwas zwischen ihnen. vom ersten gespräch an eine verbundenheit sondergleichen.
ein tiefes verständnis füreinander, wie sie es beide wohl noch nie erlebt hatten und es auch wohl nie wieder so erleben würden.
sehnsucht. sie fraß sich wie ein feuer durch ihr herz.
die flammen loderten hoch. tief in ihr knisterte es, funkelte es und war doch verrußt.
sie wärmte sich und gleichzeitig verbrannte sie von innen.
und auch, wenn sie noch nie darüber geredet hatten, wusste sie, dass es ihm genauso ging. sie würden einander nie mehr wieder verlassen.
sich nie verlieren und doch niemals finden.
und vielleicht gerade deshalb, weil sie sich niemals besitzen würden, war es so schön. es gab keine sicherheit, nur momente.
sie leidete lächelnd.
ihr herz klopfte unentwegt.
sie erwartete gar nichts.
und war doch enttäuscht.



Montag, 13. Juli 2015

graues wetter, graue gedanken

ich lege mich ungern fest.
ich möchte nirgendwo richtig einzuordnen sein.
bin irgendwie überall dabei, aber irgendwie auch ständig weg.
wenn die verbindlichkeit nach mir greift, bekomm ich angst.
ist das feige?
oder ist das unabhängig?
oder ist es schlicht und ergreifend faulheit, die mich hemmt?
ständig frage ich mich, was ich eigentlich will.
ständig habe ich das gefühl, nicht zu wissen, was mein herz mir sagt.
dabei bin ich ein gefühlsmensch. absolut.
 meine emotionalen explosionen überfordern mich jedes mal aufs neue. 
bei mir gibts da keine halben sachen.
warum also bin ich  ständig zwei geteilt, wenn ich mich entscheiden soll?
charakterschwäche?
oder ist es, wie meine mutter zu sagen pflegt, eine reifungskrise?
 




Freitag, 10. Juli 2015

zum glück bitte hier lang!

endlich wochenende. heute lasse ich hermann hesse für mich sprechen:

 Solang du nach dem Glücke jagst, Bist du nicht reif zum Glücklichsein.


Donnerstag, 2. Juli 2015

oh du bittersüße freiheit

mit der freiheit ist das so eine sache.
sie gilt das höchste gut. als das erstrebenswerteste. der weg zur selbstverwirklichung.  wir haben das gefühl, frei zu handeln, wenn wir selbst bestimmen können. selbst wählen. selbst entscheiden. es ist aber nun mal so, dass die freiheit einhergeht mit der verantwortung. ein pflichtgefühl. das gefängnis der freiheit. es macht sie verbindlich.
wir müssen für das einstehen, was wir entschieden haben. und es liegt in der natur des menschen, die suppe lieber von wem anders auslöffeln zu lassen, als den löffel selbst zu schwingen.  was doch so bequem und leicht erschien, entpuppt sich als große aufgabe.  die selbstbestimmung fordert ihren preis.
und ich zahle ihn gern.

it’s not easy as I thought it would be
 that’s on me

Donnerstag, 25. Juni 2015


sie war sicherlich schon an die 70. ihr gesicht war von falten überzogen. tiefe furchen, wie spuren, die ein intensives leben hinterlassen hatte.  ihre augen waren mit einem blauen  kajal umrandet. schimmernder lidschatten hatte sich in ihren augenfalten abgesetzt. und ihre schlecht gefärbte, in die jahre gekommene vokuhila-frisur war nur der gipfel der  geschmacklosigkeit. sie stöhnte laut auf. "oh man ich hab keine lust mehr! wann bin ich endlich dran", jammerte sie in den raum. irritiert blickten die anderen im wartezimmer auf. vollends verwirrt über so viel schamlosigkeit.  "mannooooo!" hemmungslos trommelte die frau auf den griffen ihres rollators. ihre hände waren knöchern und an jedem einzelnen finger war ein ring. allesamt in gold und silber - abwechselnd. ihr blaugrüner nagellack blätterte  an einigen stellen ab. sie wirkte nervös. neben ihr saß ein junges mädchen. sie hatte ihre schulssachen rausgeholt und lernte. die alte beugte sich zu ihr rüber und raunte laut "du bist ziemlich fleißig oder?" ihre fahne nach billigen fusel zog bis zu mir rüber. das mädchen errötete und lächelte beschämt.  in einer phase, in der ihr alles und jeder irgendwie peinlich war, machte die ansprache der alten,  in einem raum voller fremder menschen, sie absolut befangen und unsicher. das schamgefühl war ihr ins gesicht geschrieben. ich selbst erwischte mich dabei, wie ich mir wünschte die frau würde einfach den raum verlassen. sie war laut. ungehalten.  im grunde genommen einfach nervtötend. doch das schlimmste war: ich schämte mich für sie. voller fremdscham versteckte ich mich hinter einer völlig zerlesenen ärztezeitschrift. langsam aber sicher fing sie an mir leid zu tun. der mann neben mir schüttelte verächtlich den kopf. und ich war mir gerade nicht mehr sicher, was ich ekelhafter fand: die wahnsinnige nach alkoholstinkende alte oder die anderen, die zwar alle gut erzogen ordnungsbewusst den mund hielten, dafür aber vor hochmut, geringschätzung und überheblichkeit nur so strotzten. 
 

the cramps

Dienstag, 23. Juni 2015

m a d e m y d a y


 

 

 

 „ich bin ganz deiner meinung“, sagte die herzogin; „und die moral davon ist: scheine, was du bist, und sei, was du scheinst - oder einfacher ausgedrückt: sei niemals ununterschieden von dem, als was du jenen in dem, was du wärst oder hättest sein können, dadurch erscheinen könntest, daß du unterschieden von dem wärst, was jenen so erscheinen könnte, als seiest du anders!“

- aus alice im wunderland
 von lewis carroll

 

Mittwoch, 17. Juni 2015

you have to die a few times before you can really live



wir sind abgehärtet.
können eine menge ertragen. vieles prallt schon an der oberfläche ab. aber ist hart sein menschlich? es bedeutet sich zu verschließen, auszuweichen.
jeder herausforderung, jedem leiden, aber auch jeder verlockung, jedem gefühl.  so kracht man gewiss nicht gegen wände, aber man lässt es auch niemals richtig krachen. was bleibt ist der fade beigeschmack der unbefriedigten sehnsucht. 
die antriebslosigkeit alles hinzunehmen oder zu dulden ist eine art von leidenschaftslosigkeit, die ich nicht nachempfinden kann. meine gefühle übermannen mich jedes mal aufs neue. sie treffen mich. volle breitseite. doch ich will es so. intensiv. lieber ertrage ich die tragik in ihrer vollen größe und mache mich angreifbar. ich will keine halben sachen. ich will kämpfen. ich will leiden. ich will triumphieren. mit allem was ich hab. mit allen sinnen. mit allen konsequenzen. leidenschaft macht uns zwar angreifbar, aber um die liebe mit offenen armen zu empfangen, müssen wir verletzlich sein. jeder versuch dies zu unterdrücken, bringt uns um die liebe. und somit auch um unser glück. denn auch hermann hesse hat einmal gesagt: "glück ist liebe. wer lieben kann, ist glücklich". wer in vollen zügen leben will, muss das risiko eingehen verletzt zu werden. zu scheitern. wer lieben will, muss riskieren zu leiden.


the wildest of hearts will never be tamed.

Mittwoch, 10. Juni 2015




wahnsinn, so goethe, sei es „wenn man von der wahren beschaffenheit der gegenstände und verhältnisse, mit denen man es zu tun habe, weder kenntnis habe noch nehmen wolle, diese beschaffenheit hartnäckig ignoriere.” -  viel zu viele menschen mit zu viel macht und zu viel geltungssucht und dem damit verbundenen größenwahn sind demnach vom wahnsinn befallen. doch dass genie und wahnsinn oft nahe beieinander liegen sollen, gibt einen funken hoffnung, dass noch nicht alles verloren ist in dieser zutiefst wahnsinnig gewordenen welt.


Mittwoch, 3. Juni 2015















Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren
und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen
Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur Meer

- erich fried





think and feel softest hair 
you remind me of something yet to be lived.

Dienstag, 26. Mai 2015



es geht los.
kopflos stürze ich mich in mein abenteuer.
in unser abenteuer.
hand in hand rennen wir los.
halten uns fest, lassen uns treiben.
der weg ist das ziel.
die freiheit unser ständiger begleiter.
wir atmen sie, schmecken sie, spüren sie.
nie war die welt bunter, aufregender.
man möchte platzen vor glück.
ich schaue dich an.
deine augen sind voll zuversicht.
in diesem moment siehst du so zufrieden aus.
gott, ich will dich umarmen, nie wieder loslassen.
ich sauge alles auf.
unsere leben. gemeinsam zweisam, niemals einsam.
ciao alltag, bis nächste woche.


Donnerstag, 21. Mai 2015


frühlingserwachen.
soviel schönheit, soviele farben, soviel leben.
verträumt und beschwipst laufe ich los.
taumel über blumenwiesen.
die kindliche zuversicht fest im herzen.
naiv?
vielleicht.
ich tanze, ich lache, ich fühle.
weg von pflichten, zwängen und borniertheit.
und vor allem weg von sorgen.
das besonders perfide an ihnen ist nämlich, dass sie sich vermehren, je mehr man sie an sich ranlässt. sie fressen sich durch dein herz & rauben dir jede kraft.
energie, die wir brauchen.
denn sie macht das leben zum leben und nicht nur zur existenz.





l i t t l e g i r l i n b l o o m.

Montag, 18. Mai 2015

have i gone mad?


„aber ich möchte nicht unter verrückte kommen,“ meinte alice.
„oh, das kannst du wohl kaum verhindern“, sagte die grinsekatze:
„wir sind hier nämlich alle verrückt. ich bin verrückt. du bist verrückt.“
„woher willst du wissen, dass ich verrückt bin?“, erkundigte sich alice.
„wenn du es nicht wärest“, stellte die grinsekatze fest, „dann wärest du nicht hier.“

- lewis carroll



Montag, 11. Mai 2015

obacht!



dort oben schmieden sie pläne.
träume, wünsche, hoffnungen - sorgfältig verpackt.
allzeit bereit zum aufbruch.
die gefahr bei solch einer höhe besteht jedoch darin, herab zu blicken.
denn vor größenwahn ist ja bekanntlich niemand gefeit.

Dienstag, 5. Mai 2015

vom suchen und finden



alle menschen sind auf der suche.
auf der suche nach dem sinn, auf der suche nach sich selbst.
sich selbst zu finden, zu verwirklichen -  es gilt als das  große ziel.
es klingt nach erleuchtung, nach erfüllung.
doch ist das wahr?
sich zu finden, bedeutet anzukommen, zu rasten.
doch folgt daraus nicht ein leerlauf? ein zustand der stagnation? das gefühl von dumpfheit? sollte nicht der prozess der suche das bedeutendere ziel sein?
aufmerksam und feinfühlig durchs leben gehen. nicht aufzuhören. in bewegung zu bleiben. die augen offen halten. wer sucht, der findet, wer weiter sucht, der findet weiter, der findet mehr.
um es mal mit worten von hermann hesse abzuschließen: "wir verlangen, das leben müsse einen sinn haben - aber es hat nur ganz genau so viel sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind."



as we travel the universe

Freitag, 1. Mai 2015

raum um raum.


  1390 Tage, 31680 Stunden, 1900800 Minuten und 114048000 Sekunden.

danke hannover.

die zeit mit dir war kunterbunt, wegweisend, lustig, charmant, traurig, fantastisch, dramatisch, intensiv und  heiter. ich habe in dir ein zuhause gefunden. und ich komme wieder. versprochen.

doch zuerst muss ich weiter gehen. nein halt. alles kann, nichts muss. ich muss nicht. ich will. weil ich weiß, dass es richtig ist.

doch auch wenn das vermissen und die traurigkeit ein fader beigeschmack sind. zweifel bremsen mich nicht. sie sind sogar wichtig  für die selbstreflektion. mein handeln ist keine alltagslaune, sondern das resultat vieler gedanken.

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."

Dienstag, 28. April 2015

catwoman


"you're catnip to a girl like me. handsome, dazed, and to die for. you're the second man who's killed me this week, but Iive got 7 lives left."

Mittwoch, 22. April 2015


jubeltrubelheiterkeit! ein hoch auf die gute zeit!
auf die liebe und auf die sonne in unseren herzen!
das gefühl von absoluter bedingungslosigkeit und vertrauen erwärmt mich.
es gibt mir halt in einer zeit voller veränderungen.
ich glaube fest daran: die zukunft hält gutes für mich bereit.
es ist ein neuanfang, aber kein abschied.
auf mich warten neue eindrücke, farben, stimmungen und augenblicke.
ich bin bereit, denn ich weiß: die menschen auf die es ankommt - die bleiben.
ganz unabhängig von wann und wo. zeit und raum - bedeutungslos.



i wanna be with you everywhere!

Montag, 20. April 2015

wieder versuchen. wieder scheitern. besser scheitern.

 

 

"immer versucht. immer gescheitert. 

wieder versuchen. wieder scheitern.

besser scheitern."  - Samuel Beckett


eine übung. aber keine wiederholung. kein erstarren. keine resignation.
es ist eine übung. eine bewegung.
ein versuch. eine veränderung.


es gibt keine garantie.
wir können scheitern.
doch mit antrieblosigkeit und lethargie scheitern wir augenblicklich.


angst haben wir vor ungewissheit. vor dem kontrollverlust. der frustration.
dabei ist die angst etwas wertvolles.
denn um sie zu überwinden, gehen wir an unsere grenzen. jeden tag aufs neue.


ein wagnis.
"wer nicht wagt, der nicht gewinnt" - niemals steckte mehr wahrheit in diesem satz.
somit: einen guten start in die neue woche.


you never know this feeling til you try

Montag, 13. April 2015



ich bin geschichtensammlerin.
liebhaberin.
schreiberin.
erzählerin.

meine geschichten sind geschichten ohne ende.
geschichten mit fragezeichen.
ein spiel mit der ungewissheit.
die einzige ungewissheit, die ich wirklich liebe.
sie erzeugt und stillt sehnsucht in mir.
ich bleibe in bewegung. sauge alles auf.
jeder augenblick - eine neue energie.
so aufregend, strapaziös und doch so großartig.

kapitel für kapitel.
courtney barnett.

Freitag, 10. April 2015

wir vergleichen. ständig. einfach alles. 
und während wir vergleichen, fangen wir an zu werten. oder auch zu verurteilen: wer oder was ist besser, schöner, schlauer, größer, kleiner, dümmer, dicker, dünner, lieber, lustiger.
alles schön ordentlich in schubladen eingeteilt, verpackt und verschlossen. 
der vergleich gibt uns irgendwie orientierung in dieser welt. wo stehen wir? wo die anderen?
unser selbstwert hängt oft damit zusammen, wie wir uns selbst zu unseren mitmenschen und unserer umwelt positionieren. zugespitzt bedeutet das irgendwie: charakterstärke und ansehen ist einfach viel zu oft an oberflächlichkeiten und besitz gekoppelt. bewunderung oder gar neid führt aber nicht dazu, dass wir uns selbst verwirklichen und glücklich sind. schluss mit gut-mensch-guru-geschwafel: es ist zeit den blick nach innen zu richten und sich zu fragen:
was ist mir wirklich wichtig?
ohne zweifel. ohne angst.  einfach ehrlich.



yes, the body is weak 
but the mind is stronger 
it controls the body 
you are not a slave. 
and i am not a superhero!

Freitag, 27. März 2015

es ist was es ist.


was es ist

es ist unsinn
sagt die vernunft
es ist was es ist
sagt die liebe

es ist unglück
sagt die berechnung
es ist nichts als schmerz
sagt die angst
es ist aussichtslos
sagt die einsicht
es ist was es ist
sagt die liebe

es ist lächerlich
sagt der stolz
es ist leichtsinnig
sagt die vorsicht
es ist unmöglich
sagt die erfahrung
es ist was es ist
sagt die liebe...

-erich fried 



tschüss angst, hallo liebe.
so schwer, so leicht.
es ist was es ist.
und es ist gut.

come with me my love. to the sea the sea of love.

Montag, 23. März 2015

...



























was ist richtig? was ist falsch?
ist das eine frage von werten oder treffe ich meine entscheidungen auf grund von prinzipien?
sind meine vorstellungen von richtig und falsch wandelbar?
oder bin ich so festgefahren in meinen handlungen, dass jede veränderung an längst verschlossenen toren klopft?



ich bin stark.
ein echtes powermädchen.
immer gut drauf, immer optimistisch.
so kennt man mich.
was ich anfange, ziehe ich auch durch.
immer bestrebt alles richtig zu machen, vernünftig zu sein.

doch ist ein vernunftgeleitetes leben leben? 

und ist die entscheidung für ein wertesystem ein akt der freiheit oder doch eher eine beschränkung eigener handlungen?
die freiheit sich die umstände seines seins selbst gestalten zu können, sollte doch eigentlich keine grenzen schaffen. oder?
doch vielleicht halten mich auch viel mehr die gedanken gefangen, darüber nachzudenken was richtig, was falsch ist, was frei sein oder gefangenschaft eigentlich bedeuten...

Mittwoch, 18. März 2015



es ist traurig.
die schönheit der meisten dinge ist oft erst im nachhinein wirklich fühlbar.
momente, die einem den atem rauben - meist gar nicht zu realisieren.
wie in zeitraffer huschen sie an einem vorbei.
so schnell, dass mich fassungslosigkeit und unglauben überkommen.
ist dies gerade wirklich passiert?
benommen bleibe ich zurück. gefangen in sehnlicher nostalgie.
doch so viel sehnsucht diese augenblicke in unser leben bringen, so viel magie ensteht auch. fantasie & wirklichkeit - eine symbiose. unmöglichlich voneinander zu trennen.
was bleibt ist der zauber.
ein zauber jenseits von zeit.
denn wenn eines sicher ist, dann, dass zeit der magie und dem glück grundsätzlich im wege steht. ebenso der liebe.
zeit schafft grenzen.
erst wenn wir diese barriere überwinden, sind wir frei.
grenzenlos.

Dienstag, 17. März 2015


 

"liebe ist das kind der freiheit, niemals das der beherrschung."

 - erich fromm

 

 

Montag, 9. März 2015




sie blickte mich an. ihre dunklen augen waren starr auf mich gerichtet.
ich fühlte mich schutzlos. ausgeliefert.
es war, als würde sie alles von mir wissen.
meine ängste, meine gefühle, meine geheimnisse.
nervösität stieg in mir auf.
verlegen drehte ich den kopf weg.
ein versuch zu entkommen.  ein versuch mein innerstes zu schützen.
"es ist zeit dich zu entscheiden, jana.", begann sie. "entscheid dich für eine flasche. mach auf und trink sie aus." obwohl ich meinen blick abgewandt hatte, spürte ich, wie sie mich mit ihren augen durchbohrte. "du willst dir alles offen halten, reißt zu viele verschiedene flaschen auf und probierst einen schluck...in der hoffnung die andere würde besser schmecken, als die davor. doch dies ist ein irrtum. bleib bei der flasche, für die du dich entschieden hast. lass keinen schluck, keinen millimeter zurück. egal wie er schmeckt. sauer, süß, bitter..."
ich erschrak. alba hatte mich erwischt und genau das ausgesprochen, was ich schon lange verdrängte.
dann stand sie auf, packte ihr handtuch in ihre badetasche und ging.
nachdenklich schaute ich ihr nach und tauchte meine füße ins kalte wasser.
abkühlung.
mir war unendlich heiß.
ich wusste, dass die hitze nichts mit den 30 grad in buenos aires zu tun hatte.

Samstag, 28. Februar 2015




ich habe mich im griff. ständig. eigentlich immer.
mein verantwortungsgefühl erdrückt mich.
ein gefängnis.

zeit auszubrechen.

ich mache. ich wage.
würde, könnte, hätte haben keinen platz mehr.
der konjunktiv macht niemals glücklich.
erst wenn die möglichkeit der realität weicht, kann man glücklich sein.